CHRONIK DES TSV STAHRINGEN 1920/58 e.V.

 

DIE JAHRE 1920-1929

Die Geschichte des Stahringer Turnvereins begann im September 1920. Auf Initiative von Karl Birr wurde der Verein gegründet und am 30. Oktober wurden von 37 Mitgliedern die ersten Eintrittsgelder und Monatsbeiträge eingezogen.

Zu den ersten Anschaffungen des neugegründeten Vereins gehörte ein Fußball für 190 Mark.

Die erste Vorstandschaft des Vereins bestand aus:

Arnold Hohl (1. Vorstand)

Fritz Stocker (Schriftführer)

Eugen Zimmermann (Kassierer)

Karl Birr (Turnwart)

Willi König und Alfons Weber(Besitzer)

Im Winter 1920/21 wurde unter Turnwart Karl Birr im Torkel des Rathauses gemeinsam am Barren geturnt, ab Frühjahr 1921 wurde auch am Reck geturnt. Bereits in den frühen 1920er Jahren gehörten Schauturnen sowie die Teilnahme an Gauturnfesten zum Vereinsleben. So wurde auch in Stahringen bereits im September 1921 auf dem Platz bei Bahnüber-

gang ein Schauturnen veranstaltet. 

Bereits im Jahr 1921 gründete der Verein seinen eigenen Spielmannszug mit Alfons Weber, Stefan Weber und Karl Korherr als Trommler sowie Pirmin Schmid, Peter Sauter und Heinrich Weber als Pfeifer. 

In den Folgejahren entwickelte sich ein aktives Vereinsleben. So nahmen die Turner an den jeweiligen Gauturnfesten 

bei den Wettkämpfen mit Erfolg teil, zum Beispiel in Offenburg, Meßkirch und Pfullendorf. 

 

 

 

 

 

 

 

Turnverein beim Preisturnen in Messkirch
Turnverein beim Festumzug in Gailingen.j
Stahringer Turner Ende 1920er Jahre.jpg

DIE JAHRE 1930-1939

Im Jahr 1931 feierte Stahringen die Fahnenweihe im Rahmen eines Turnfests und Festumzugs. Mit dem Reinerlös des Festes

wurden alle fehlenden Geräten beschafft, die für einen guten Turnbetrieb notwendig waren. In den 1930er-Jahren nahmen die

Turner weiterhin an Turnfesten teil und richteten auch selbst Turnfeste aus. Teil der Turnfeste waren Festumzüge, bei denen die

Turner begleitet vom Spielmannszug durch das Dorf zogen.

Im Sommer 1939 trat der Verein bei einem Turnfest zum letzten Mal an die Öffentlichkeit. Bei den Vorführungen wurde auch

Geräteturnen nochmals gezeigt. Wenige Wochen später begann der 2. Weltkrieg und viele der ehemals aktiven Sportler wurden

zum Wehrdienst eingezogen. Damit war die Vereinstätigkeit für viele Jahre beendet. 

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Schauturnen in Stahringen Anfang der 30e
Turnfest in Stahringen Mitte der 30er Ja

DIE JAHRE 1940-1959

In den 1940er-Jahren lag das Vereinsleben völlig still. In den Nachkriegsjahren wurde zunächst auch wieder geturnt, vermehrt wurde jedoch Leichtathletik betrieben. Bereits 1957, also schon vor der Vereinswiedergründung, nahmen Stahringer Leichtathleten an Wettkämpfen teil. So nahm am 30. Juni 1957 Helmut Wieser an den Bezirksmeisterschaften in Singen teil und wurde im 400m-Lauf 3. Sieger.

Am 6. Januar 1958 trafen sich die Stahringer Sportler im Gasthof "Bahnof" zur Wiedergründung des Turnvereins. Treibende Kraft war unter anderem Ernst Keller sen., Alfons Weber und Josef Mohr. Viele frühere Turnkameraden erklärten sich bereit, die Vorstandschaft des Vereins zu übernehmen. Die erste Vorstandschaft nach der Wiedergründung:

Ernst Keller sen. (1. Vorstand)

Georg Forster sen. (2. Vorstand)

Karl Birr (Schriftführer)

Alfons Weber (Kassierer)

Bernd Mohr (1. Turnwart)

Ludwig Wieser jun. (2. Turnwart)

Peter Sauter sen., Julius Speck und Josef Mohr (Beisitzer)

Der Sportbetrieb war zunächst stark auf das Turnen festgelegt, aber das Geräteturnen wurde immer mehr von der Gymnastik und

Leichtathletik zurückgedrängt. Es wurde regelmäßig an Gauturnfesten und Bergturnfesten teilgenommen.

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1958 Ausflug der TV-Kinder (Ruine Hombur

DIE JAHRE 1960-1969

Die bereits Ende der 1950er-Jahre begonnene Entwicklung setzte sich in den 1960er-Jahren fort, als das Geräteturnen immer mehr

der Gymnastik und der Leichtathletik wich. Da es meist noch keine Sportanlagen gab, waren Waldläufe und Staffelläufe in diesen Jahren sehr beliebt. Seit 1960 richtete der TSV über viele Jahre hinweg seinen Frühjahrs-Waldlauf aus.

Für Buben und Mädchen gab es Turnstunden, die von Bernd, Willi und Felix Mohr geleitet wurden. 

Im Jahr 1968 gründeten die Vereine TV Stahringen und TV Radolfzell eine Wettkampfgemeinschaft der Leichtathleten. 

Das Interesse der Jugend am Fußballspielen nahm in den 1960er-Jahren stetig zu. Bereits 1962 bildete sich in der Kolpingfamilie ein Fußballteam, das dann jährlich am Pokalturnier der Kolpingfamilien des Bezirks Hegau teilnahm. In der Generalversammlung am

23. März 1968 wurde im Gasthof "Ochsen" die Gründung einer Abteilung Fußball beschlossen. Fortan bestand der Verein aus

einem Gesamtvorstand sowie den beiden selbständigen Abteilungen Turnen/Leichtathletik und Fußball. Als Vorsitzender des

Gesamtvereins wurde Johann Sauter gewählt, sein Stellvertreter wurde Georg Forster. 

Im gleichen Jahr konnte mit dem Bau des Sportplatzes begonnen werden - wurde in unzähligen Arbeitsstunden der fußball-

begeisterten Vereinsmitglieder geschaffen. Am 14. Juli 1968 wurde der Sportplatz eingeweiht, das Eröffnungsspiel bestritten der

Gemeinderat gegen den Elferrat des Narrenvereins. Am 25. August nimmt die 1. Fußball-Mannschaft den Spielbetrieb auf. 

Die erste 1. Mannschaft im 1968.jpg
1961_Stahringer Mannschaft Staffellauf R
ca 1967 Jahre_Stahringer Leichtathleten

DIE JAHRE 1970-1979

Durch die Eröffnung der Turnhalle im Jahr 1969 konnte Anfang der 1970er-Jahre der Sportbetrieb ausgeweitet werden, unter anderem durch eine Frauenturngruppe und dem sogenannten Altherren-Turnen. Durch diese neuen Gruppen konnte neben dem Leistungssport auch vermehrt Breitensport betrieben werden. Wie bereits in den 1960er-Jahren waren auch in den 1970er-Jahren Waldläufe ein beliebter Trainings- und Wettkampfsport. Auch Stahringen richtete jedes Jahr einen Frühjahrs-Waldlauf aus. 

Für Kinder bot der TSV einer Kinderturngruppe von Bernd Mohr an, das sogenannte "Bernd-Turnen", für die etwas älteren Kinder gab es

das "Kleemann-Turnen" von Walter Kleemann. 

Von den ursprünglich bescheidenen Anfängen der Leichtathletik entwickelte sich dank jahrelangem, systematischem Training ein hohes

Leistungsniveau. In Jahr 1973 richtete der TSV auf der Homburg ein Bergturntest aus. Auch der spätere Olympia-Teilnehmer Karl Honz war Mitglied beim TSV und trainierte bis kurz vor seiner Aufstellung in die Olympia-Mannschaft beim TSV.

Im Jahr 1975 bauten die Fußballer ihre erste Sportplatzhütte in Eigenarbeit, die fortan bei Spielen, Turnieren und Vereinsfesten rege genutzt wurde. Im Jahr 1977 wurde des Grümpelturnier ins Leben gerufen, ein Ereignis für die gesamte Dorfgemeinschaft. Das Turnier wurde für viele Jahre im 2-Jahres-Rhythmus ausgerichtet.

Im Jahr 1978 konnte der Verein Jubiläen beider Abteilungen feiern: das 10-jährige Bestehen der Abteilung Fußball sowie das 20-jährige Bestehen des Vereins seit seiner Wiedergründung. 

Im Jahr 1979 rief der TSV die Bildersuchwanderung ins Leben, die seither jedes Jahr federführend von Walter Drexler und Dieter Haug

organisiert wurde und im Jahr 40-jähriges Jubiläum feiern konnte. 

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1970er Jahre Leichtathletik.jpg

DIE JAHRE 1980-1989

Der TSV startete mit einem Jubiläum ins neue Jahrtausend. Aus Anlass des 60-jährigen Vereinsjubiläums wurde auch erstmals eine Vereinsbroschüre erstellt. Im Jahr 1981 wurde die Gymnastikhalle zur heutigen Homburghalle erweitert und auf dem Homburg-Sportplatz wurde eine neue Hütte gebaut. Anlässlich des 25-jährigen Vereinsjubiläums im Jahr 1983 richtete der TSV eine für Stahringen einmalige Veranstaltung aus: die internationalen Bodensee-Crosslauf-Meisterschaften. 

Für die Abteilung Fußball war das Jahrzehnt äußerst erfolgreich. Die rund 50 Kinder und Jugendliche wurden in drei Altersgruppen betreut. Im Jahr 1982 wurde eine Fußball-Damenmannschaft wieder-gegründet, die den TSV sehr erfolgreich bereicherte und bis 1990 aktiv bleiben sollte. Aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums der Abteilung Fußball im Jahr 1988 fand auf dem Homburg-Sportplatz ein Freundschaftsspiel zwischen dem TSV und der Traditionals-Elf des VfB Stuttgart statt. In der Saison 1988/89 wurde die 1. Mannschaft des TSV Meister  und stieg in die Kreisliga A auf. Dies war die erste Meisterschaft in der 21-jährigen Geschichte der 1. Herren-Mannschaft. 

In den 1980er-Jahren konnten die Leichtathletik-Mädchen mit ihrem Trainer Bernd Mohr große Erfolge erzielen, so z. B. 1981 mit 18 Bezirksmeistertiteln, sieben Bezirks- und zwei badischen Rekorden uns sechs internationalen Bodenseemeistertiteln. Nachdem die

Stahringer Leichtathletinnen/-athleten als Wettkampf-Gemeinschaft Radolfzell-Stahringen bei Wettkämpfen angetreten war, wurde diese im Jahr 1983 aufgelöst und die Leichtathleten des TSV schlossen sich dem Lauftreff Radolfzell (LT) an.


 

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1980_Leichtathletik-Schülerinnen Bernd M
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DIE JAHRE 1990-1999

Die 1990er-Jahre waren ein sehr ereignisreiches Jahrzehnt für den TSV. Im Jahr 1992 gründete der TSV einen Jugendvorstand, um der Jugend im Vorstand eine Stimme zu geben. 

1993 gab es aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums der Abteilung Fußball ein einmalige Ereignis für die Fußball-Freunde: am 13. Juli trat vor über 3000 Zuschauern das Team des Bundesligisten SC Freiburg gegen den erfolgreichen Oberligisten SC Pfullendorf an. Ermöglicht wurde dieses Ereignis durch Achim Stocker, Präsident des SC Freiburg der in Stahringen aufgewachsen war. 
Ein weiteres Highlight der 90er-Jahre waren auch die Radolfzeller Fußball-Stadtmeisterschaften, die der TSV im August 1993 ausrichten durfte - der TSV belegte einen hervorragenden 2. Platz. Zudem sorgte die D-Jugend mit der Meisterschaft im Jahr 1999 für einen krönenden Abschluss des Jahrzehnts. 

1995 konnte der TSV sein 75-jähriges Jubiläum mit einem großen Jubiläumsfest auf dem Sportplatz feiern. 

Einen großen Rückschlag musste der Verein hinnehmen, als an Ostern 1995 das Vereinsheim am Homburg-Sportplatz fast vollständig

niederbrannte. Das Jahr 1996 stand im Zeichen des Baus eines neuen Vereinsheims, das 28. September 1997 mit einem großen Fest eingeweiht wurde. 

Für die Leichtathletinnen wurde das Jahrzehnt zum erfolgreichsten in der Vereinsgeschichte. Vor allem Denise Drexler und Stefanie Balla feierten gemeinsam mit Trainer Bernd Mohr große Erfolge. Regelmäßig belegten sie Spitzenplätze in der Bestenliste des Badischen 

Leichtathletik-Verbandes. 

 

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DIE JAHRE 2000-2009

Auch im neuen Jahrtausend zeichnete sich der TSV durch sein breites Programm an Leistungs- und Breitensport sowie seine hervorragende Jugendarbeit aus. Gemeinsame Ausflüge, Hüttenaufenthalte und Feste förderten die Gemeinschaft. Am Dorfleben nahm der TSV großen Anteil und richtete Veranstaltungen wie die Dorfmeisterschaften im Volleyball und die weit über die Dorfgrenzen hinaus beliebte Bildersuchwanderung aus.

Im Jahr konnte die 1. Fußball-Mannschaft die Meisterschaft feiern und stieg von der Kreisliga B in die A-Liga auf. Auch die Jugend-

Mannschaften waren äußerst erfolgreich, allen voran die D-Jugend. Sie errang sowohl in der Saison 2002/2003, als auch 2003/2004 und 2004/2005 den Meistertitel. Die A-Jugend wurde in der Spielgemeinschaft Bodman/Ludwigshafen (Stahringen-Wahlwies) ebenso Meister wie die C-Jugend in der Saison. Der Fußball-Nachwuchs wurde mit einem Jugendtag (2006) und einem DFB-Jugendcamp (2008) gefördert.

Der Leichtathletik-Nachwuchs feierte zu Beginn des neuen Jahrtausends große Erfolge. So konnte Katrin Merk ihre Ende der 1990er-Jahre begonnenen Siegesserie fortsetzen und feierte in den ersten Jahren des Jahrzehnts gemeinsam mit Trainerin Martina Bichsel große Erfolge. Mitte des Jahrzehnts beendeten Denise Drexler, Stefanie Balla und Katrin Merk ihre aktive Zeit. Die Erfolgsgeschichte der Stahringer Leichtathletik setzte sich mit dem Aufbau einer neuen Kinder-/Jugendgruppe fort. Neben Bernd Mohr waren auch weitere Stahringer Trainer wie u. a. Armin Siber, Gerold Eynder und Regine Schmidt äußerts engagiert und erfolgreich.

Gegen Ende des Jahrzehnts musste Bernd Mohr, der die Stahringer Leichtathletik über Jahrzehnte geprägt hat, aus gesundheitlichen Gründen sein herausragendes Engagement und seine Trainer-Tätigkeit für den TSV beenden.

 

2007_Bernd Mohr mit Leichtathletikgruppe
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DIE JAHRE 2010-2019

Im Jahr 2017 übernimmt Olav Kromrey als 1. Vorsitzender die Leitung des TSV und führt den Verein seither gemeinsam mit Stefanie Klepser, 2. Vorsitzende. Seit der Gründung des TSV ist es dem Verein ein Anliegen, neben dem Sport auch die Gemeinschaft zu fördern – so richtet der Verein Veranstaltungen aus, die seit vielen Jahren aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken sind, sei es das Volleyballturnier mit Sommerfest oder der Bildersuchwanderung, die im Jahr 2019 ihr 40-jähriges Jubiläum feierte. 

Im Jahr 2010 wurde die 1. Fußball-Mannschaft gemeinsam mit Trainer Rainer Köttel Meister und auch die Aktiven Herren und Jugend-Mannschaften konnten sich in diesem Jahrzehnt über Turniersiege und Meisterschaften freuen. 

2018 stand ganz im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums der Abteilung Fußball. Am 21. Juli wurde auf dem Homburg-Sportplatz ein Fußball-Fest ausgerichtet und am 10. November fand in der Homburghalle der offizielle Festakt statt. 

Die Leichtathletinnen und -athleten trainierten weiterhin erfolgreich bei der LG Radolfzell und war in diesem Jahrzehnt besonders als

Mannschaft erfolgreich. Der TSV stellte eine Reihe von Trainerinnen und Trainer, die den Trainerstab der LG Radolfzell verstärkten.

Bei den Seniorinnen konnte die Stahringer Leichtatheltin Claudia Vollert bei internationalen Wettkämpfen eine Vielzahl von Medaillen erzielen. Außerdem feierten die beim TSV Stahringen gemeldeten und für die LG Radoflzell startenden Brüder Tom und Ben Bichsel vor allem im Stabhochsprung und Speerwurf herausragende Erfolge. 

 

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2016 Kirchzarten mit Helene Siber, Laura